WIE NEU

GRUNDREINIGUNG, BESCHICHTUNG UND PFLEGE VON LINOLEUM.

Worum es geht

Linoleum ist ein Naturprodukt aus Leinöl, Kork- und Holzmehl auf Jutegewebe. Es ist langlebig, reagiert aber empfindlich auf stark alkalische Reiniger und auf stehende Nässe. Ist die Pflegeschicht abgelaufen, hilft keine intensivere Unterhaltsreinigung mehr: Der Schmutz sitzt dann im Pflegefilm, nicht auf ihm. Wir nehmen diesen Film vollständig ab und bauen ihn neu auf.

Dabei sind zwei Entscheidungen zu treffen – wie die alte Schicht heruntergeholt wird, und was danach auf den Boden kommt. Beides hängt von Zustand, Nutzung und Ihrem Unterhaltskonzept ab.

Zwei Wege, die alte Schicht zu lösen
Chemiefrei – unser Standard

Rein mechanisch: Orbitalmaschine mit diamantbesetzten Pads, dazu nur Wasser. Kein Grundreiniger, kein Neutralisieren, keine Chemierückstände im Abwasser – und keine alkalische Belastung für einen Belag, der genau darauf empfindlich reagiert.

Das Verfahren ist unabhängig davon, was früher auf den Boden aufgetragen wurde. Die Mechanik nimmt die Schicht ab, statt sie anzulösen.

Chemische Nassgrundreinigung

Ein linoleumverträglicher Grundreiniger löst die alte Pflegeschicht an, die Einscheibenmaschine arbeitet sie mit dem passenden Pad heraus, die Schmutzflotte wird sofort aufgenommen, die Fläche klargespült und neutralisiert.

Bewährt – aber davon abhängig, dass der Reiniger die vorhandene Schicht überhaupt angreift.

Wo die chemische Grundreinigung an ihre Grenze kommt

Zwei Fälle treffen wir regelmäßig an. Erstens: Vor Jahren wurde das falsche Beschichtungsmittel aufgetragen, das auf Linoleum-Grundreiniger nicht reagiert. Zweitens: Die Bindemittel sind durch frühere Fehlbehandlung ausgewaschen, es liegt praktisch nur noch eine Kunststoffschicht auf dem Boden – auch die ist mit Linoleumreinigern nicht zu lösen. In beiden Fällen führt allein die mechanische Variante zum Ziel.

Ablauf vor Ort

1. Besichtigung

Wir sehen uns den Boden vorher an: Belagsart, Zustand und Aufbau der vorhandenen Beschichtung. Ist der Zustand kritisch oder unklar, legen wir zusätzlich eine Musterfläche an – im Regelfall ist das nicht nötig.

2. Fläche vorbereiten

Trockene Vorreinigung, Abkleben angrenzender Bauteile, Absperren des Bereichs.

3. Alte Schicht abnehmen

Chemiefrei mit der Orbitalmaschine und diamantbesetztem Pad, chemisch mit linoleumverträglichem Grundreiniger, knapper Einwirkzeit und abgestimmtem Pad. Lange Einwirkung und stehende Nässe schädigen den Belag. In Ecken und an Kanten arbeiten wir von Hand nach.

4. Schmutzflotte aufnehmen
Sofortige Aufnahme mit dem Nasssauger, damit gelöster Schmutz nicht wieder antrocknet.
5. Klarspülen

Zwei Durchgänge, bis die Fläche rückstandsfrei ist; beim chemischen Verfahren zusätzlich neutralisieren. Reinigerreste verhindern sonst die Haftung der neuen Schicht.

6. Schutzschicht aufbauen

Beschichtung oder Wischpflege, je nach Vereinbarung. Anschließend Kontrollgang und Übergabe.

Warum wir diffusionsoffen beschichten

Linoleum nimmt bei der Grundreinigung Feuchtigkeit auf und gibt sie nur langsam wieder ab. Eine dichte Beschichtung schließt diese Restfeuchte ein – die Folge sind Trübungen und Haftungsverlust, die Schicht fängt an auszukreiden und löst sich ab.

Wir verwenden deshalb eine diffusionsoffene Beschichtung. Sie lässt Restfeuchte entweichen, statt sie einzusperren. Dadurch können wir auch Flächen zeitnah beschichten, die noch nicht vollständig durchgetrocknet sind – Ihre Räume sind schneller wieder nutzbar, ohne dass wir Qualität riskieren.

Was danach auf den Boden kommt
Neubeschichtung

Zwei Schichten mit Zwischentrocknung. Widerstandsfähig, lange Standzeit, wenig Aufwand in der täglichen Reinigung.

Der Preis dafür: Eine beschädigte Stelle lässt sich nicht einzeln nacharbeiten, und beim nächsten Mal muss die Schicht wieder vollständig herunter.

Wischpflege

Wird im Wischwasser mitgeführt und baut sich Schicht für Schicht auf. Sie ist jederzeit leicht wieder zu entfernen und lässt sich polieren – eine matte oder beschädigte Stelle wird nachgearbeitet statt die ganze Fläche saniert.

Dafür verlangt sie mehr Aufmerksamkeit im Unterhalt: Dosierung und Rhythmus müssen stimmen, sonst wird der Film ungleichmäßig.

Wann der Boden wieder belastbar ist
1 Std.
vorsichtig begehbar

Nach der letzten Schicht, mit sauberem Schuhwerk.

24 Std.
möblierbar

Möbel vorsichtig einsetzen, nicht schieben.

7 Tage
voll belastbar

Schicht durchgehärtet, erste Nassreinigung möglich.

PU-Versiegelung: ein Boden auf dem Boden

Bei sehr stark beanspruchten Flächen werden Linoleumböden heute auch PU-versiegelt. Dabei entsteht eine neue, fest mit dem Belag verbundene Oberfläche mit eigenen Eigenschaften – im Grunde ein Boden auf dem Boden. Ausgeführt wird das durchaus vom Gebäudereiniger, es ist aber eine Bodensanierung und keine Grundreinigung. Dieses Merkblatt behandelt sie deshalb nicht – sprechen Sie uns an, wenn sie für Ihre Fläche in Frage kommt.

Was wir vor Ort brauchen
So bleibt das Ergebnis erhalten
Empfohlen
Täglich staubbindend wischen oder kehren
Zu vermeiden
Scheuermilch, Scheuerpads, Stahlwolle
Empfohlen
Neutrale oder wischpflegehaltige Reiniger
Zu vermeiden
Stark alkalische Reiniger und Grundreiniger
Empfohlen
Nebelfeucht wischen
Zu vermeiden

Stehendes Wasser, Nassschrubben

Empfohlen

Schmutzfangzone von mindestens drei Schritten Länge

Zu vermeiden
Direkter Schmutzeintrag von außen
Empfohlen
Filzgleiter und weiche Rollen (Typ W)
Zu vermeiden

Harte Rollen (Typ H), Metallgleiter

Beschichtung oder Wischpflege – was empfehlen Sie?

Das entscheidet die Unterhaltsreinigung, nicht der Boden. Wo täglich mit festem Rhythmus und geschultem Personal gearbeitet wird, spielt die Wischpflege ihre Stärke aus: nachbesserbar statt sanierungspflichtig. Wo die Reinigung wechselnd besetzt ist, ist die Beschichtung die robustere Wahl.

Wie oft ist eine Grundreinigung nötig?

Je nach Beanspruchung alle zwei bis fünf Jahre. Eine gepflegte Schicht mit Schmutzfangzone hält deutlich länger als eine ungeschützte Fläche im Eingangsbereich.

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